Göschen an Freyherrn v. Münchhausen
in Bu[rg?] Swedestorp bey Lauenau Grafschaft Schamburg Hannoverschen
Antheils. Sie werden die Antwort von Hr. Brockhaus, welche in meinem früheren Briefe fehlte nun erhalten haben. Was man für den Bogen solcher Sachen Honorar gie[bt?] kann ich nicht bestimmen, da das sehr differirt nach Zeit, Verhältnissen und Umständen. Wenn Sie ein [Urtheil?] von mir verlangen, ob man Producte dieser Art mag oder nicht, so kann ich dies nicht geben, weil ich zu sehr mir und meinem Geschäfte lebe, um mich viel mit der übrigen Welt zu beschäftigen, allein dass der Absatz dieser Art von Schriften immer sehr beschränkt ist, weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung. Im Fall Ihnen in Wien vielleicht Wallishauser ein ansehnliches Honorar geben hätte, so würde ich Ew. Hochwohlgeb. rathen, dies Anerbieten der Brockhausischen Unterhandlung vorzuziehen. Ich kenne Wallishauser als einen ehrlichen Mann und prompten guten Zahler. Ich habe daher noch nichts an Brockhaus gegeben, weder Billet, noch Titel, Motto, noch Skyzzen alles liegt zu Ihrer Disposition noch hier. Dem Brockhaus es anzubieten, und die Antwort zu erhalten: man wiße noch nicht ob die Aufnahme stattfinden könne, oder so ungefähr, ist gegen mein Gefühl. Lassen Sie doch Brockhaus das Fragment, dawider wird Wallishauser nichts haben, denn es wird besser bekannt schon dadurch, und senden Sie mir wenn Ew. Hochwohlg. mit Wallishauser einig sind das Manuscript, so könnt ich es in dieser Messe durch Wiener Freunde mit den Skizzen p p an ihn befördern. Sie werden hören was Wallishauser dazu sagt, oder Sie schreiben an Brockhaus, er solle mit das Fragment wieder übergeben [... unleserlich]. [Bibliothek des Börsen Vereins der Deutschen Buchhändler in Leipzig, Göschen Slg. Gr. B. Kasten 4.] Karl Friedrich Hieronymus Freiherr v. Münchhausen
(11.5.1720–22.2.1797) |