Johann Baptist
Wallishausser III.
(Photos aus den Jahren 1860 und etwa 1885, ÖNB, Portraitsammlung) |
Johann Baptist Wallishausser III. übernahm von seiner Mutter Josefine die Buchdruckerei, die Buchhandlung ging in fremde Hände über, behielt aber den Firmennamen „Wallishausser’sche Buchhandlung“. Josefine Wallishausser, nun schon lange verehelichte Neuwirth, übergab ihrem Sohn einen wohlgeordneten Betrieb. Sie hatte beim Tode ihres Gatten Johann Baptist Wallishausser II. im Jahre 1831 sechs alte Holzpressen, eine neue und eine alte Packpresse übernommen (Durstmüller irrt mit fünf Holzpressen). Durch den vorausschauenden und zeitgemäßen Umbau des Hauses und der Druckerei in der Josefstadt 48–49 hatte Josefine ihrem Sohne eine gut funktionierende Druckerei mit vier eisernen Handpressen und einer Sigl’schen Schnellpresse übergeben. Es lag nun an Johann Baptist III., der von Grund auf das Gewerbe erlernt hatte, seine neuen Ideen zu verwirklichen und er ging mit sehr viel Elan ans Werk. Der Anfang Knapp vor dem Tode des Vaters Joh. Baptist Wallishausser II. wird am 4. August 1831 Johann Baptist III. geboren, zu einer Zeit, wo Kummer und Leid sich in der Familie Wallishausser niedergelassen hatten. Josefine hatte mit eisernem Willen und sicher auch mit der Hilfe ihrer Mutter die Kinder großgezogen und um dem Sohn eine gute Ausbildung angedeihen lassen, einen Teil seiner Schulzeit absolvierte er im Schottengymnasium. Bei Engelmann in Leipzig, der ein Geschäftspartner der Firma Wallishausser war, lernte er das Gewerbe des Buchdruckers und Buchhändlers. Durch das Passprotokoll können wir das Datum seiner Reise nach Leipzig sogar genau angeben, der Reisepass war auch für die verschiedenen Teile der k. k. Österreichischen Staaten ausgestellt, wovon er sicherlich Gebrauch machte. Schon nach kurzer Zeit, am 12. September 1850, reichte Josefa Wallishausser um Altersnachsicht für ihren 19jährigen Sohn an. Ein Jahr später, am 18. Juli 1851, wird Johann Baptist III. großjährig erklärt. Nach seiner Rückkehr aus Leipzig kann Josefine die Übergabe der Druckerei an ihren Sohn vorbereiten und 1854 legte sie die Druckereibefugnis zurück. Von dieser Übergabe wird am 2. Juni 1855 das Handelsgericht verständigt. Mit einem Informationsschreiben gibt Wallishausser die Firmenübernahme bekannt.
Das erste Produkt, das seine Presse verließ, war der kostspielige Druck des von Dr. Johann N. Vogl verfassten und von E. Elsinger illustrierten Festgedichtes, in für die damalige Zeit prächtigem typographischem Farbdruck anlässlich der Vermählung des Kaisers Franz Josef im Jahre 1854. Solche Geschenke wurden beim k. k. Oberst-Kämmerer mit einem untertänigsten Schreiben abgegeben [HHStA, OKÄA/A 49/1854]. Wie sehr der Farbdruck noch eine ungewohnte Erscheinung in der damaligen Buchdruckerwelt war, können wir aus einer Kritik in der Wiener Theaterzeitung vom 10.5.1854 ersehen. Obersthofmeisteramt Auch die Verbindung mit dem Obersthofmeisteramt blieb automatisch aufrecht, da sich die Firma nicht geändert hatte, sondern nur der Besitzer. Die „Hofzeremoniell-Drucksorten“ wurden jetzt halbjährig abgerechnet und für die Bezahlung war die Burghauptmannschaft zuständig. Diese Arbeiten für den Hof werden bis inklusive 1867 geliefert, dann ist keine Verbindung mehr mit der Wallishausserschen Druckerei zu ermitteln. Theaterzettel Den Druck der Theaterzettel für die Hoftheater setzte Johann Baptist III. reibungslos nach seiner Mutter fort. Die „Theaterzetteldruckerei“ befand sich nach wie vor in der Dorotheergasse, um in der Nähe der Theater zu sein, damit allfällige Änderung schnell durchgeführt werden konnten. Die Verbindung mit der General Intendanz hat bis zum 15.10.1868 ohne Differenzen bestanden. An diesem Tag bekam Wallishausser die Kündigung des Vertrages. In einer Hofoperntheater-Organisations-Coõn [Commissions]-Sitzung wurde der Beschluss gefasst, den bestehenden Vertrag mit der Buchdruckerei Wallishausser per 1. Jänner 1869 zu kündigen, aufgrund eines Reiseberichts des Cassadirektors Knapp, in dem er berichtete, dass in Berlin die Druckerei Littfaß einen wesentlich günstigeren Vertrag für die Theaterdirektion eingegangen sei. Es wurde wohl darauf hingewiesen, dass die Lieferung der Theaterzettel fast über 70 Jahre mit einer Unterbrechung von 2 Jahren von der Wallishausser’schen Hoftheater Druckerei durchgeführt wurde, doch die Kostenfrage müsse neu diskutiert werden. Der tägliche Bedarf an Theaterzetteln belief sich auf 150 große und 200 kleine Theaterzettel. Es wurden Offerte verlangt, um einen ökonomisch günstigeren Vertrag für den Druck der Theaterzettel zu erzielen. Gustav Heines Druckerei unterbot das Angebot von Wallishausser. Gleichzeitig verlangte Heine den Titel einer k. k. Hoftheater Druckerei. Somit gingen ab 1869 die Arbeiten für die Theaterverwaltung an den Verleger des „Fremdenblattes“, Baron Gustav Heine. Den Unterlagen nach kann gesagt werden, dass dieses Vorgehen den geschäftlichen Gepflogenheiten entsprach. [HHStA, Gen.Int.Kart. 63/Burgtheater 1868/1869. Akt 1123B/GJ/Akt ad 1134B/GJ/Akt ad 1208B/GJ]
Wallishausser druckte auch das „Hofopern-Jahrbuch“, natürlich vergaß er nicht, in einer Anzeige auf seine Offizin hinzuweisen: Im Jahre 1870 ging auch dieser Auftrag an Baron Heine und es gab keinen Hinweis mehr auf Wallishaussers Offizin. Der Verlust der Arbeiten für den Hof war sicher eine Einbuße für Wallishausser. Er musste sich nun anderweitig um Aufträge umsehen und da kamen ihm die Arbeiten für die Gemeinde sehr gelegen. Im Jahre 1856 heiratete Johann Baptist Wallishausser Aloisia Ludovika Völkl, eine um fast 20 Jahre ältere Frau, zur damaligen Zeit eine eher ungewöhnliche Ehe. Das Aufgebot erfolgte in der Pfarre Mariahilf, die Trauung wurde jedoch in Hütteldorf vollzogen. Sein Trauzeuge war der Stiefvater Johann Neuwirth, zu dem er ein gutes Verhältnis gehabt haben muss. Aloisia Ludovika starb am 15. November 1888.
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Wallishausser III. versucht den Verlag über seine Hoftheater-Buchdruckerei weiterzuführen Wallishausser versuchte, über die Druckerei den Verlag weiterzuführen, er verlegte einzelne Bücher, aber ein richtiges Verlagsgeschäft konnte er nicht aufbauen, obwohl er belletristische Werke von Adolf Bäuerle, Eduard Breier, Adolf Schirmer, Josef Weiler verlegte.
Dichter und Maler Eines seiner Büchlein, das er 1866 unter dem Pseudonym G. Waldhaus veröffentlichte, war „Schnadahüpfln in der Montur“.
Es handelt sich um eine patriotische
Schrift und wurde dem Oberst-Kämmerer-Amt am 27. Juni 1866 zur Unterbreitung
an Seine Majestät vorgelegt. Wallishausser spendete 10.000 Exemplare
zur Verteilung in der k. k. Armee, natürlich nach Bewilligung durch
das Kriegsministerium. Zeitungswesen Im Herbst 1854 erschien die von A. Varry redigirte Wochenschrift „Der Teufel in Wien“. Eine Anzahl von Wochenschriften oder halbmonatlichen Zeitschriften wurde bei Wallishausser gedruckt, z.B. „Figaro“, „Mußestunden“, „Gerichtshalle“, „Wiener allgemeine medicinische Zeitung“, „Volkswirth“, „Neueste Erfindungen, “Jäger-Hans-Jörgel“, „Deutsche Küche“, u. „Frater Hilarius“, „Cursalon“ und nicht zu vergessen ab 1857 die „Jagd-Zeitung“ von Albert Hugo. Es war die erste Jagdzeitung überhaupt. Am 1. October 1858 ist die erste Nummer des Theaterjournals „Zwischen-Act“ erschienen. Wallishausser war der Herausgeber dieses Journals, zusätzlich schrieb er auch journalistische Artikel, musste aber in Folge der Concurrenz nach elfjährigem Kampfe und erheblichen Verlusten die Herausgabe des Journals einstellen [Mayer: Buchdruckergeschichte. Bd. II. S. 328]. Wallishausser hat dieses Journal dem Pariser Vorbild und auch Ernst Littfaß nachempfunden, der im Jahre 1849 eine Theaterzeitschrift „Der Zwischenakt“ herausgegeben hat.
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Dienstjubiläum „In der Wallishausserschen
Buchdruckerei wurde vergangenen Sonntag das 50jährige Dienstjubiläum
des Faktors Philipp Lowitsch in Gegenwart des ganzen Druckereipersonales
festlich begangen. Der Lehrbrief des Jubilars, der noch unter dem Großvater
des jetzigen Druckereichefs in dasselbe Geschäft trat wurde verlesen
und dem Jubelgreise ein werthvoller Brillantring überreicht. Ein
Festmahl, an welchem das ganze Personal theilnahm, beschloß die
seltene Feier.“
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„Concordia“ Die Unterlagen des Journalisten-
und Schriftsteller-Vereins „Concordia“ wurden 1938 beschlagnahmt und nach
Berlin gebracht. Durch Zufall haben wir eine Festschrift zur 50-Jahr-Feier
1909 entdeckt, die jedoch nur fragmentarisch erhalten ist. Die Gründung
der „Concordia“ 1859 als Journalisten- und Schriftsteller-Verband in einer
politisch und wirtschaftlich unruhigen Zeit war eine sehr wichtige und
notwendige Tat. Leider ist es hier nicht möglich auf die Arbeit der
„Concordia“ einzugehen und auch nicht auf die soziale Komponente, die
eine große Rolle in diesem Verein spielte.
Concordia-Ball, Sofiensaal, 29.1.1894. Tanzordnung am Beginn einer Gedichtsammlung in ledergebundenem Büchlein mit rotemailliertem Emblem der Concordia. Verlag von Edgar von Spiegl, J. B. Wallishausser´s k. u. k. Hochbuchdruckerei, Wien. [Ballspenden - Kostbarkeiten aus galanter Zeit. Katalog des Heeresgeschichtlichen Museums. Ausstellung vom 25. Jänner bis 13. Mai 1990.] |
J. B. Wallishausser III. bringt Cajetan Felder in die Politik und damit „in die Tinte“ Wallishausser war ein sehr am täglichen Leben interessierter Mann, auch die Politik betreffend. Am besten geben uns die „Erinnerungen eines Bürgermeisters“ von Cajetan Felder Auskunft. Alles fing im Jahre 1861 an. Es handelte sich um die Wahl der von den einzelnen Bezirken zu stellenden Vertreter für den Gemeinderat. Dabei ging es um die Wahl des Bezirkes Josefstadt (damals noch der VII. Bezirk). Die Herren Wähler waren eingeladen zu einer Besprechung am 18.1.1861 im Saale „Zum goldenen Sträußl“ um 6 Uhr abends zu erscheinen. Der Sträußl Saal befand sich im Theatergebäude. Der amtierende Bezirksvorsteher Franz Thill stieg auf das Podium, ging zu dem kleinen Tisch und hielt folgende Ansprache: “Meine Herren, ich habe Sie zusammenberufen, weil es mehrere gewünscht haben. Machen Sie nun, was sie wollen, ich empfehle mich. Sprach´s, setzte seinen Hut auf und verschwand. Dumpfes Gemurmel im Publikum war die Folge, bis einige riefen: „Thill hinauf!“ und andere: „Nein, nein!“ Da hörte ich plötzlich meinen Namen ertönen: „Der Dr. Felder ist da, der soll hinauf!“ Der Rufer war mein Hausherr, der Buchdrucker Johann Baptist Wallishauser, der mich im Gewühle erblickt hatte. Mehrere Stimmen sekundierten und der Ruf wurde ein allgemeiner. Es half mir nichts mehr, ich mußte hinauf. Weiß Gott, wie ich zwischen den zwei Kerzen da oben ausgesehen haben mag, da auch mir nicht gleich einfiel, was ich sagen sollte. Schon hatte ich den Mund geöffnet, um der ungeduldig werdenden Versammlung die Wahl eines Präsidenten vorzuschlagen, worüber unzweifelhaft, da nur eine einzige Person hätte erkoren werden können, ein Sturm losgebrochen wäre, als mir der gute Gedanke kam, statt dessen ein neunköpfiges Komitee zu beantragen. „Bravo!“ hieß es. „Angenommen!“ Wie aber nun diese neun Herren wählen? Ich war im Bezirke völlig unbekannt, denn ich gehörte Anno 1848 zum Nachbarbezirke Alservorstadt. „Namen nennen!“ wurde gerufen, und ich ersuchte deshalb, mir solche vorschlagen zu wollen. Nun brach ein heilloses Durcheinander aus, mindestens hundert Namen wurden gleichzeitig genannt. Konnte ich nur einen halbwegs verstehen, so rief ich ihn sofort aus, wie: Bisling-Akklamation – ja! Frühwald – ja! Leitner - ja! Meixner – ja! Schierl – ja! Schmid – ja! Uhl – ja! Wallishauser – ja! Und dann kam selbstverständlich als Neunter noch meine Wenigkeit hinzu. [...] [...] Das Wohlwollen meines jungen Hausherrn brachte meine gute Absicht zu Schanden und mich in die Tinte.“ [Felder, Cajetan: Erinnerungen eines Bürgermeisters. Wien [etc.]: Forum Verlag, 1964. Seite 134–35.]
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Die Arbeit in und mit der Gemeinde Wien Wie aus dem vorigen Absatz ersichtlich, wurde Wallishausser in das neunköpfige Komitee für die Josefstadt gewählt, nach drei Jahren gab er jedoch diese politische Position auf, da es sich zeitmäßig mit seinen anderen Aufgaben nicht vereinbaren ließ. Im Jahre 1861 begann die Zusammenarbeit Wallishaussers als Buchdrucker mit der Gemeinde Wien. Vor dem Jahre 1861 wurden die Gemeinderats-Protokolle noch handschriftlich geführt. Wallishausser druckte nun die Gemeinderats-Protokolle. In der 9. Sitzung des Gemeinderates 1861 berichtet Gemeinde-Rath Dr. von Stubenrauch im Namen der 1. Sektion in Betreff der Drucklegung der Protokolle der Plenarversammlungen: „Was die Drucklegung anbelangt, so wäre die Wallishausser’sche Druckerei bereit, die Arbeit gegen vierteljährige Kündigung abzuschließen“. Dieser Bericht wird genehmigend zur Kenntnis genommen und die Sektion ermächtigt mit der genannten Druckerei bis zum Betrag von 18 fl. per Bogen abzuschließen. In der 11. Sitzung unter e) bringt der Referent zur „Kenntniß der Versammlung, dass der Buchdruckereibesitzer J. B. Wallishausser sich laut des mit ihm aufgenommenen Protokolles verbindlich gemacht hat, den Druck der Sitzungsprotokolle des Gemeinderathes und zwar in einer Auflage von 630 Exemplaren in der vom Gemeinderathe genehmigten Weise zu übernehmen, gegen einen Preis von 17 fl 40 kr. pr. Druckbogen und daß er sich verpflichtet, die ersten 130 Exemplare 2 Tage nach Empfang des Manuskripts zu liefern.“ [WStLA, Sign. B 6/7-1861]
Anzeige in der Wiener Zeitung am 20.4.1862 Die Druckarbeiten dehnten sich auch auf andere Abteilungen aus, wie diese Abrechnung vom 21. Juni 1878 zeigt. „Wien, den 21. Juni 1878.
Hochachtungsvoll ergebenst |
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Die Annoncensäulen (1877) Paris und London waren die ersten Städte, die Anschlagsäulen aufstellten, vor dieser Zeit wurden die Plakate an Pferdewagen befestigt und durch die Straßen der Stadt gefahren. Ernst Th. Littfaß, Buchdruckereibesitzer in Berlin, stellte nach dem Vorbild der Pariser Anschlagsäulen im Sommer 1855 die ersten 100 Anschlagsäulen auf, denen noch weitere folgten. Es ist anzunehmen, dass Wallishausser durch den Erfolg von Littfaß in Berlin auf die Idee kam, auch in Wien Annoncensäulen aufzustellen, um zur Verschönerung der Stadt beizutragen und dem Plakatwildwuchs Einhalt zu gebieten, da die vielen verklebten Wände und Zäune kein schöner Anblick waren. Durch die Anschlagsäulen konnte Wallishausser auch den Farbdruck von Plakaten forcieren. Im Jahre 1876 in den Gemeinderaths-Protokollen
vom 11.7.1876 unter Pkt. 15. (1712) finden wir folgenden Absatz:
Leider war der dazugehörige
Akt nicht auffindbar. Schon in der Sitzung vom 30.1.1877 unter Pkt. 11
(2.) erfolgt folgender Beschluss: Die Bewilligung
zur Aufstellung der Annoncensäulen auf die Dauer von 10 Jahren.
So einfach ging das Aufstellen der Annoncensäulen jedoch nicht, es
gab immer wieder Einsprüche und etliche Änderungen,
die in Pkt. 3 vom 13.4.1877, im gestellten Dringlichkeitsantrag von Hrn.
GR Fil. Kaiser und Genossen verlangt wurden. Es gab sicher einige Stimmen
im Gemeinderat, die sich mit den Annoncensäulen nicht so richtig
anfreunden konnten. So wurde ein Dringlichkeitsantrag
des Herrn Gem.-Rathes Bärtl in der Sitzung vom 27.4.1877 Pkt. 4.
u. 4. (4972) eingebracht. Aus 4. in der Sitzung vom 13.11.1877 ist ersichtlich,
dass in Wien wie auch in Berlin die Annoncensäulen zur Bekanntgabe
öffentlicher Mitteilungen verwendet wurden. Auch aus der Bevölkerung
kamen Beschwerden, wie im Protokoll vom 23.11.1877
Pkt. 13 zu lesen ist. Wir finden in den Protokollen im Jahre 1878 den
Steindrucker Jakob Weiner (der spätere Nachbar in der Lenaugasse
17), der um eine Bewilligung zur Aufstellung von Annoncensäulen in
Wien ansucht. Dem Magistratsantrage wird keine Folge geleistet. Im Protokoll
v. 22.3.1878 Pkt. 6 wird festgehalten, dass Wallishausser statt in der
Dreihufeisengasse die Annoncensäule in der Bettlerstiegengasse aufstellen
kann. Sitzung 28/9 1880
zusammen 44 Plätze Durch diesen Absatz aus dem Gemeinde-Rats-
Protokoll ersehen wir wenigstens, wie viele Säulen pro Bezirk bewilligt
wurden, leider kennen wir aber nur vereinzelt die Standorte. Im Jahre
1886 wie aus dem Prot. V. 4.5.1886 ersichtlich wird, hat Wallishausser
nun schon zwei Konkurrenten, die Fa. Weiner und die Fa. Max Sinsler. Es
geht um die Aufstellung von Annoncensäulen
am Ring. Die Vergebung des Auftrages hat im Offertwege zu erfolgen.
1887 wird laut Gemeinderats-Protokoll das ganze
Annoncenwesen innerhalb der Gemeinde neu organisiert und so werden auch
im Vertrag mit der Buchdruckerei Wallishausser etliche Änderungen
vorgenommen. Weiner beschwert sich beim Magistrat über die Bevorzugung
Wallishaussers. 1889 gerät Jakob Weiner in eine unangenehme Situation,
es geht um einen Prozeß mit dem akademischen Maler August Stefan
Kronstein, danach wird erwogen, der Firma Weiner jede Zusammenarbeit zu
kündigen [WStLA, Gemeinderatsprotokolle (Sign.-Nr.
B 6/45), Protokolle, 1877].
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Aus den Druckaufträgen für Johann Baptist Wallishausser III.
Die beliebten und auflagenstarken „Post-Bücheln“, von denen jährlich mehrere Ausgaben erschienen, kamen im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts aus der Offizin Johann Baptist Wallishaussers III. Erst ab 1897 zeichnete die Druckerei Raimann & Godina dafür verantwortlich. Auch das Wiener Telephonbuch, damals noch nicht „amtlich“, sondern von der Wiener Freiwilligen Rettungs-Gesellschaft herausgegeben, trägt den Druckvermerk „J. B. Wallishausser“.
Es gelang Wallishausser ziemlich umfangreiche Drucksortenlieferungen für die k.k. Telegraphen-Anstalt zu tätigen. Nicht übersehen werden darf der nun stark erweiterte Plakatdruck durch die Ankündigungssäulen. Dabei konnte Wallishausser den Farbdruck forcieren, für den er eine große Vorliebe hatte. Lt. Mayers Buchdruckergeschichte tätigte Wallishausser auch Drucksortenlieferungen für die Marinesection des k.k. Kriegs-Ministeriums und die Herstellung des beinahe ganzen Fahrkartenbedarfes für die ins Leben getretenen Transportunternehmungen.
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| Gesellschaft der Musikfreunde Die Druckarbeiten für die Gesellschaft der Musikfreunde wurden von Joh. Bapt. Wallishausser III. seit der Betriebsübernahme fortgesetzt. Jahrzehntelang druckte er die verschiedensten Arbeiten, z. B. „Jährlicher Rechenschaftsbericht der Direktion“, erstmalig im Jahre 1869, in einer Größe von 13,2 x 20,2 cm in hellblau oder im Jahre 1870 14,2 x 22,6 cm in grün die „Berichte des Conservatoriums und der Schauspielschule der Gesellschaft“. Wie schon seine Eltern war auch J. B. Wallishausser III. Mitglied des Musikvereines. Im Anhang des Jahresberichtes haben wir die Mitglieder der Gesellschaft angeführt: 1855 scheint Joh. Bapt. Wallishausser neben seiner Mutter und seinem Stiefvater als Mitglied auf, ab 1859 nur mehr alleine. Auch Konzertprogramme wurden ab 1856 von Wallishausser gedruckt [Gesellschaft der Musikfreunde, Sign. 2712/47,1872–1903, Sign. 8195/Z 20 1962–1872,1872–1882, Sign. 8196/Z44, Sign. 8399/125,1847–1961].
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Titel eines k.k. Hofbuchdruckers Am 27. April 1887 reichte J. B. Wallishausser beim Obersthofmeisteramt um den Titel eines k.k. Hofbuchdruckers an. Dieses Ansuchen gibt uns durch den beigelegten Polizeibericht einen guten Einblick in das Leben Wallishaussers und seine Tätigkeiten, seien sie humanitärer und sozialer Art und die verschiedenen Mitgliedschaften, aber auch über die Beschäftigungspolitik seines Betriebes [HHStA, OHMA, 1891/ Nr. 1694]. Im Jahre 1854 hat er von seiner Mutter im Bestand der Buchdruckerei eine Schnellpresse kleineren Formats und 2 Handpressen (es waren vier!). Der Stand der Betriebseinrichtung im Jahre 1887 belief sich auf 7 Schnellpressen, 1 Handpresse, 1 Tiegldruckpresse mit Gas-Motor in der Lenaugasse und in der Dorotheergasse 7 Geräte: 2 Schnellpressen, 1 Handpresse und eine Tiegldruckpresse mit Handbetrieb. Dies zeigt von einer enormen Entwicklung und Wallishausser muss sehr geschäftstüchtig gewesen sein, um für die vielen Pressen auch dauerhafte Aufträge erhalten zu haben. Sicher waren auch die Aufträge für die Plakate der Annoncensäulen sehr wichtig.
J. B. Wallishausser war mehrere
Jahre Armenvater im VIII. Bezirk, bei der Beschaffung des Fonds für
eine wertvolle Orgel in der Josefstädter Pfarrkirche und den Ausbau
des Turmes war er tätig, sowie bei Sammlungen und Veranstaltungen
von mehreren Concerten und Theatervorstellungen für soziale Hilfe.
Er saß in Comités für die Rückkehr der Truppen
aus der Herzegowina und war im Bezirksausschuß des VIII. Bezirkes
durch mehrere Jahre beeideter Schätzungscommissär. Seit etlichen
Jahren war er Mitglied des Vorstandes des Gremiums der Buchdrucker, wurde
1885 auch in die n.ö. Handels- u. Gewerbekammer gewählt und
von der Gewerbeschulkommission zum Gewerbeschulinspektor ernannt. Außerdem
war er Gründungsmitglied des Ornithologischen Vereins, des Josefstädter
Kirchenmusikvereins, des n.ö. Gewerbevereins, des graphischen Clubs,
mehrerer Krankenvereine, des Vereins für verwahrloste Kinder, für
entlassene Sträflinge, im Spar- u. Unterstützungsverein für
Kinder, für Feriencolonien und Seehospize, er war Ehrenmitglied des
Tierschutzvereins und auch Bürger von Wien. Hieraus können wir
ersehen, wie sehr Wallishausser der soziale Bereich am Herzen lag.
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Plakatdruck und Anschlagzettel
Die ergiebigste Quelle dafür ist die Plakatsammlung der Wien-Bibliothek. Hier finden wir über 200 Objekte, ein endgültiges Resümee zu ziehen ist aber schwer, da hauptsächlich die Ankündigungen der jeweiligen Aufführungen oder auch die für soziale Zwecke stattfindenden Vorstellungen der k. k. Hoftheater als Unterlagen dienen. Sie machen das Gros der Sammlung aus. Diese Ankündigungen für die k. k. Hoftheater gehen bis zum Jahr 1869, dann brechen sie ab, da in diesem Jahr Baron Heine die Arbeiten für die General Intendanz übernommen hat. Andere Quellen finden wir nur sporadisch, hier eine Anzeige für das Carl Theater unter der Direktion von Johann Nestroy.
2. Eheschließung J. B. Wallishaussers erste Gattin Louise verstarb 1888. Am 16. Mai 1889 heiratete er Maria Anna Josefa Jaggi, die Enkelin seiner Tante Maria Anna Passy geb. Wallishausser, der Schwester seines Vaters. Die Trauzeugen waren Bürgermeister Eduard Uhl, mit dem Wallishausser schon sehr lange befreundet war und Dr. Ignaz Mikosch, der Mann seiner Nichte Hermine geb. Sonnleithner. Auch die Ehe mit Maria Anna blieb kinderlos.
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Grundbesitz Lenaugasse 19 Wieder stehen uns für die Lenaugasse 19 Konskriptionsbögen und Fremdentabellen vom Jahre 1857 zur Verfügung. Hier finden wir den Eintrag von Dr. Kajetan Felder als Mieter, aber auch Kasimir Henop. Wir hatten auch schon Eduard Hügel als Mitbewohner zu Zeiten von Josefine Wallishausser. In der Festschrift des Vereins „Concordia“ haben wir folgende Absätze in der Gründerliste Oktober 1859 (wie J.B. Wallishausser III.) gefunden: „Kasimir Henop, „Maler Sebastian Wegmayer Auch Josef Ritter Kutschera von Aich, k.k. Hofrath, wohnte in der Lenaugasse 19. Gedenktafel für Anton Wildgans Die Wallishausser hatten von Anfang
an interessante und bekannte Mieter in ihren Häusern und das setzte
sich auch weiterhin fort. Heute ist Lenaugasse 19 im Besitz der Gemeinde
Wien und wurde 1983 luxussaniert, der m2 kostete 14.000 Schilling. Am
9.8.1990 schreibt „Die ganze Woche“:
Im Jahre 1994 wurde der Name des Hauses auf „Oskar Werner Hof“ geändert [Die ganze Woche, 7.10.1994], die Esche im Hausgarten steht unter Naturschutz. Dornbach Joh. Bapt. Wallishausser war seit
1857 als Hausbesitzer in der Pichlergasse 40 eingetragen [Kaltenberger,
Franz: Geschichte d. Ortschaften Dornbach und Neuwaldegg. Wien 1884. S.
113]. Diese Villa gehörte ihm noch 1889 und in seinem damaligen
Testament verfügte er, dass das Gebäude im Besitz der Familie
bleibt. Im darauffolgenden Testament von 1903 scheint die Villa nicht
mehr auf. Trautmannsdorf Da es verschiedene Ortschaften namens Trautmannsdorf gibt, haben wir über diese Villa leider keine Unterlagen.
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Wallishausser III. erwirbt 1890 das Gut Marbach Marbach ist eine relativ kleine Ortschaft und hatte 1910 nur 48 Einwohner. J. B. Wallishausser hat am 13.10.1890 das gesamte Gut Marbach von August Lohre übernommen. Dieser Vertrag ist leider nicht auffindbar. Nach dem Tode des Grafen Thürheim erwarb Wallishausser aus dessen Verlassenschaft das sogenannte Freiholz (Heute Gst 486 KG Mauthausen), welches direkt an die Gründe des Gutes Marbach angrenzte und vergrößerte dadurch die Waldungen des Gutes, auch dieser Vertrag ist nicht mehr auffindbar [Bezirksgericht Mauthausen; Bezirksgericht Linz (Grundbuch 43106 Marbach, Einlagezahl 437; Grundbuch 43107 Mauthausen, Einlagezahl 250]. Für das Freiholz zahlte Wallishausser an die Erben des Grafen Thürheim K 7.500,00. Der zweite Teil der Erbschaft, das Schloß Pragstein, ging an den Gewerker Leopold Heindl um K 8.500,00 [Mayr, Josef: Geschichte des Marktes Mauthausen. Steyr: Wilhelm Ennsthaler, 1974. S. 93]. Da Wallishausser ein passionierter Jäger war, war der Kauf des Freiholzes eine schöne Vergrösserung seines Jagdgebietes. Er besaß das Gut nur 10
Jahre und verkaufte es mit Kaufvertrag vom 28.6.1898 an Josef und August
Huber, Bankiers aus Constantinopel.
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Die letzten Jahre Die Druckerei florierte, die
Auftragslage durch die öffentlichen Aufträge war stabil, Wallishausser
konnte sich mehr seinen sozialen Tätigkeiten und der Jagd widmen.
1893 finden wir ihn auch als kaiserlichen Rat [Hof-
u. Staatshandbuch, HHStA, Bibl.Sign. 37/Kl/1893]. 1898 schenkte
er, laut den Zeitgenossen, seinem langjährigen Betriebsleiter Engelbert
Kainz und dem Faktor Rudolf Liebhart die Hauptdruckerei in der Lenaugasse
19. Die Filiale in der Dorotheergasse ging an den Mitarbeiter Georg
Skalnik [Durstmüller, Anton: 500 Jahre Druck in
Österreich. Korneuburg: Ueberreuther, 1981–1988]. „Die Concessionsverleihung an Herrn Kainz bedeutet nun das definitive Scheiden des Herrn Walllishausser aus dem Kreise der Wiener Buchdrucker, in deren Annalen sein und seiner Vorgänger Namen in Ehren prangen. Mehr als fünfzig Jahre hindurch weihte dieser Mann, der sich nun nach Ruhe zu sehnen berechtigt ist, sein reiches Wissen und seine bewährte Thatkraft auch dem Wohle der gesammten Buchdruckergemeinde Wiens. In dieser langen Reihe von Jahren finden wir ihn stets als einen der Ersten, wo es galt, das Ansehen der Buchdrucker zu wahren und für die Interessen derselben einzutreten, aber auch an der technischen Förderung der Typographie zu arbeiten. Schon in seinen Zwanzigerjahren betheiligte sich Herr Wallishausser sehr intensiv an den Arbeiten des Gremiums, dem er bis zum heutigen Tage ununterbrochen als Ausschussmitglied angehörte. Im Jahre 1882 war er Obmann der Festsection der Säcularfeier der Einführung der Buchdruckerkunst in Wien. Seit vielen Jahren ist er aber auch eines der eifrigsten Mitglieder der Handels- und Gewerbekammer, woselbst er öfter Gelegenheit fand, seine Fachkenntnisse zu Gunsten der Buchdrucker zu verwerthen. Bei all dem dient er noch den Musen als Zeichner und Maler. Seine geistige und körperliche Frische verdankt er aber der Jägerei, der er seit Langem mit Vorliebe obliegt. In seiner Officin herrschte allezeit das angenehmste Verhältnis zwischen ihm und seinem Personale, was daraus hervorgeht, dass ein grosser Theil desselben seine Angehörigkeit zu diesem Hause auf zwanzig, dreissig und mehr Jahre zurückzudatiren vermag. Schwer wird er daher vermisst werden in jenen Kreisen, in denen er durch viele Jahrzehnte zum besten der ihm anvertrauten Angelegenheiten oft mit Selbstaufopferung gewirkt, denen er als treuer Berather zur Seite gestanden, sowie von allen Jenen, denen er sein Wohlwollen in anderer Weise zu Theil werden liess.“ 1904 reiste J. B. Wallishausser
nach Düsseldorf, um seinen Vetter, den Opernsänger Anton Passy
zu besuchen. Ganz überraschend verstarb Wallishausser am 14. Oktober
1904 in seinem Hotelzimmer in Düsseldorf an Herzversagen. Sein
Leichnam wurde nach Wien überführt und das letzte Stück
dieser Reise wurde er per Schiff von Passau nach Wien transportiert.
Die sterblichen Überreste wurden in der Familiengruft am Zentralfriedhof
bestattet.
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Nachfolger Engelbert Kainz Engelbert Kainz, ein langjähriger Mitarbeiter, hatte in der Druckerei Wallishausser das Gewerbe erlernt, dann auf die Wanderjahre verzichtet und ist im Laufe der Zeit zum Geschäftsleiter aufgestiegen. 1898 hat sich J. B. Wallishausser ganz aus den Geschäften zurückgezogen und nun führt Engelbert Kainz mit Rudolf Liebhart die Buchdruckerei unter eigener Regie. Die Druckerei wird unter dem Namen „E. Kainz vormals J. B. Wallishausser“ geführt. Kainz trennte sich nach einem Jahr von Rudolf Liebhart und führte das Geschäft allein weiter. In der Position des Chefs waren Engelbert Kainz nur einige Jahre gegönnt, er verstarb 1906 63jährig. Witwenbetrieb Karoline Kainz Die Witwe Karoline Kainz übernimmt nun den Betrieb. Aus dieser Zeit gibt es einen Akt des Magistratischen Bezirksamts Josefstadt vom 15. März 1911 [WStLA, Bauamt]. Hier geht es um die Genehmigung der Betriebsanlage der Buchdruckerei. Sehr interessant sind die gewerbebehördlichen Auflagen zu jener Zeit. Friedrich Regensdorfer Friedrich Regensdorfer bekam die
Buchdruckerkonzession am 28. August 1913. Durstmüller schreibt auf
S. 157:
„Adolf Weiner erwarb sie 1929 als willkommene Ergänzung. Weiner war der ehemalige Konkurrent von Wallishausser bei den Anschlagsäulen und erwarb nun gleich die ganze Druckerei. Doch schon am 30. Mai 1935 starb er und seine Witwe Hedwig Weiner führte beide Betriebe weiter. Ab 24. Juni 1940 mußte auf Weisung des Bezirkswirtschaftsamtes der Betrieb Kainz zwecks Freimachung von Arbeitskräften stillgelegt werden. Mit Buch- u. Steindruckkonzession vom 13. März 1943 erscheint als neuer Eigentümer beider Betriebe der 1910 in Troppau geborene Ferdinand Repper auf. Nach 1945 finden wir beide Firmen unter dem öffentlichen Verwalter Karl Jestl. Im Jahre 1948 wurde Repper die Konzession entzogen (mit Rechtskraft vom 14. März 1952). Per 17. Juni 1952 verzichtete die in ihr Besitzrecht wiedereingetretene Hedwig Weiner auf den Witwenfortbetrieb. Das Unternehmen firmierte seit der Aufhebung der öffentlichen Verwaltung ab 15. Jänner 1952 als Ferdinand Reppers Nachfolger Cermak & Co. KG.“ Hier haben wir als Druckvermerk den Namen E. Kainz vorm. J. B. Wallishausser, Wien VIII. gefunden.
„Doch wurde die Gesellschaft 1954 infolge Konkurs aufgelöst, die Konzession per 12. Juli 1961 zurückgelegt und die Firma 1965 gelöscht.“ [Durstmüller, Anton: 500 Jahre Druck in Österreich. Korneuburg: Carl Ueberreuter, 1981. S. 157] So endete die Buchdruckerei Wallishausser 1965 und unabhängig davon wurde die Buchhandlung am 24. November 1964 von Amts wegen gelöscht. Es sieht ganz so aus, als wäre das große Familiengeschäft müde seines Daseins gewesen und eingeschlafen. |